Heizölverbrauch sank um mehr als die Hälfte - Energetische Sanierung zum „KfW-Effizienzhaus 100“
Freitag, 01. Juli 2011 um 14:08 Uhr

Auch Gebäude, die nach der ersten Wärmeschutzverordnung gebaut wurden, bergen beachtliches Energieeinsparpotenzial. Nach der Komplettsanierung sank in einem 31 Jahre alten Wohnhaus der Primärenergiebedarf um mehr als 50 Prozent.

Auch in Häusern, die bereits nach den Vorschriften der ersten Wärmeschutzverordnung von 1977 errichtet wurden, steckt ein beachtliches Energieeinsparpotenzial. Das zeigt sich am Beispiel eines 31 Jahre alten Einfamilienhauses im hessischen Rauschenberg. Nach der energetischen Sanierung sank der Heizölbedarf von früher zwölf auf nur noch fünf Liter pro Quadratmeter und Jahr. Effiziente Brennwerttechnik im Verbund mit Solarthermie und verbesserter Wärmeschutz brachten das Haus des Bau-jahres 1980 auf das energetische Niveau eines vergleichbaren Neubaus.

Der Primärenergiebedarf fiel um mehr als die Hälfte auf 65 Kilowattstunden (kWh) pro Quadratmeter und Jahr. Damit unterschreitet das Gebäude die Anforderungen des „KfW-Effizienzhauses 100“.

Einen Großteil der Energieeinsparung erwirtschaftet die neue Öl-Brennwertheizung mit eingebundener Solarwärmeanlage. Das neu installierte Brennwertgerät hat einen 30 Jahre alten Heizkessel abgelöst. Die von den beiden insgesamt zehn Quadratmeter großen Solarkollektoren aufgefangene Sonnenwärme wird zur Warmwasserbereitung und Heizungsunterstützung genutzt.

Parallel zur Heizungserneuerung wurde der Wärmeschutz des Hause verbessert – überwiegend in Eigenleistung. Die Außenwände erhielten eine zusätzliche Wärmeisolierung aus dem Naturdämmstoff Hanf, die obersten Geschoss- und die Kellerdecken wurden mit Hartschaumplatten gedämmt. Außerdem wurden Fenster mit Dreischeiben-Wärmeschutzverglasung eingesetzt.

Obwohl nach der Sanierung das Volumen der Tankanlage auf 4.000 Liter halbiert wurde, kann der Heizölbedarf für zwei Jahre bevorratet werden. Das ermöglicht einen flexiblen Energieeinkauf, Preisschwankungen nach oben können leichter überbrückt werden.

Insgesamt konnten die Modernisierer 14.000 Euro Fördergelder in Anspruch nehmen, fast 6.000 Euro davon aus der „Aktion Energiegewinner“. Mit diesem Modernisierungswettbewerb unterstützt das Institut für Wärme und Oeltechnik (IWO) vorbildliche energetische Sanierungen. Die Fördersumme richtet sich einzig nach der erzielten Einsparung an Primärenergie.                                           Mehr unter www.oelheizung.info/energiegewinner

Quelle: www.iwo.de, IWO, Süderstraße 73a,  20097 Hamburg, Tel. 0049 (0)40 235 113-22, Fax 0049 (0)40 235 113-29